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03.11.2007

Thermik glänzt als Patentschmiede

Pforzheimer Unternehmer Marcel P. Hofsaess will technologischen Vorsprung bei Schutztemperaturbegrenzern ausbauen. Aktuell produziert Thermik ihre Temperaturbegrenzer auf drei Kontinenten und hat den Stammsitz Pforzheim als Kompetenzzentrum ausgebaut.

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Pforzheim. Die Thermik-Gruppe produziert ihre Temperaturbegrenzer auf drei Kontinenten. Der Stammsitz Pforzheim wird als Kompetenzzentrum ausgebaut, wie Firmenchef Marcel Hofsaess der PZ erläuterte.

PZ-Redakteur Lothar H. Neff. 
Thermik beschäftigt weltweit 700 Mitarbeiter, davon 180 in der Goldstadt. Als der Unternehmer Marcel P. Hofsaess im Mai 2006 die Mehrheit und die alleinige Geschäftsführung bei der Pforzheimer Firmengruppe übernahm, war das für die gesamte Branche vollkommen überraschend (die PZ berichtete). Hofsaess war nämlich vier Jahre zuvor als Gesellschafter bei Thermik ausgeschieden und gründete daraufhin mehrere Wettbewerbsfirmen in Deutschland und Rumänien. Nach intensiver, wettbewerblicher Auseinandersetzung – vor allem auch auf patentrechtlicher Ebene – gelang es ihm, die Mehrheit der Anteile an der Pforzheimer Thermikgruppe mit Niederlassungen in USA, Thüringen und Malaysia zu erwerben.
Der zu diesem Zeitpunkt immer noch eindeutige technologische Vorsprung von Thermik sollte umgehend weiter ausgebaut werden, weshalb er über 400 eigene Patente ins Unternehmen einbrachte. Nach 18 Monaten zieht Marcel Hofsaess ein erfolgreiches Resümee: Mit einer Umsatzsteigerung von fast 20 Prozent (auf rund 40 Millionen Euro) und der Verbesserung der Rendite um 15  Prozent gelang der beste Jahresabschluss in der Firmengeschichte überhaupt. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze in allen Werken sowie eine Verdopplung des Ausbildungsvolumens sprechen eine deutliche Sprache. Dazu kommen sieben neue internationale Schutzrechte und das erfolgreiche Ende eines jahrelangen Patentstreites.

Mehr Patente als die Konkurrenz
Der innovative Anspruch soll in Zukunft nicht nur gelebt, sondern besonders herausgehoben werden. Deshalb hat man sich bei Thermik zum Bau eines eigenen Innovations- und Entwicklungszentrums entschlossen. Auf mehr als 600 Quadratmetern soll dem Entwicklungsbereich optisch sichtbar entsprechende Geltung zukommen. „Wir wollen zugleich die Anzahl an Produktentwicklungen noch steigern.“ Damit erhalte die Thermik-Gruppe nicht nur flächen- und kapazitätsmäßig den größten Entwicklungsbereich auf dem Gebiet von sogenannten Temperaturbegrenzern für elektrische Geräte, sondern auch einen entsprechend repräsentativen Auftritt.
Das Architekturbüro Archis aus Karlsruhe, das sich bereits mit den Pforzheimer Schmuckwelten eindrucksvoll in Szene setzten konnte, erhielt von Thermik den Zuschlag. Ein Gebäude – ganz im Stile des „Art-Deco“ – soll direkt neben dem Produktionsgebäude errichtet werden. Neben dem bisherigen Firmengebäude, das nach seiner Fertigstellung 1988 einen Architekturpreis gewann, erwächst nun ein Nachbargebäude, das nicht nur die Verbindung von Bewährtem und Zukünftigem ausdrücken soll, sondern auch die Innovationskraft auf dem Gebiet der Regel- und Steuerungstechnik.
Und noch etwas anderes soll mit dieser Investition in Verbindung stehen: die Dauerhaftigkeit des Engagements von Thermik in Pforzheim. Zwar produziere Thermik auch in 100-prozentigen Tochterfirmen im Ausland – wie zum Beispiel in USA, Malaysia oder Rumänien – dies aber hauptsächlich für die dortigen Märkte. Dies zeige sich auch daran, dass man im malaysischen Werk im laufenden Jahr die Produktionsfläche um 25 Prozent erhöhte und trotzdem im Pforzheimer Stammhaus neue Arbeitsplätze in der Produktion schaffen konnte.
Ein Blick auf die Zahl der Patentanmeldungen in den vergangenen zehn Jahren zeigt: Thermik hat mit 48 Schutzrechten mehr Patente angemeldet als alle Wettbewerber weltweit zusammengenommen. In den zurückliegenden 18 Monaten habe man so viele neue Erkenntnisse gewonnen, dass damit die vorhandene Entwicklungsabteilung für mehrere Jahre ausgelastet werden könnte, betont Hofsaess. Dass Thermik gut in Form sei, wurde zuletzt auf der Fachmesse „Coil Winding“ in Berlin unter Beweis gestellt: Mit der sogenannten „Alpha-Reihe“ konnte die Pforzheimer Firma eine technologische Neuentwicklung vorstellen. Klar, dass auch diese Technologie bereits patentrechtlich geschützt ist – wie fast alles bei Thermik. Laut Hofsaess, der auch selbst als Erfinder tätig ist, gibt es für über 80 Prozent der Thermikprodukte aus Know-how- und Schutzrechtsgründen keine qualitativ vergleichbare Ware am Weltmarkt. „Und das schon gar nicht in Asien, wo sogar Kopisten von Markenartikeln nur originale Thermikteile verwenden“, betont der Unternehmer nicht ohne Stolz.
Zum 40-Jahr-Jubiläum von Thermik im kommenden Jahr soll das neue Innovations- und Entwicklungszentrum eingeweiht werden.

 

Quelle: Neff, Lothar H.: Thermik glänzt als Patentschmiede; Pforzheimer Zeitung, Nummer 254, 03.11.2007

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