Thermik strengthens position as leading innovator

- Chief spokesperson Anne Bressem, commercial manager Ralf Schumann, and the city mayor of Sondershausen, Joachim Kreyer, in Friedrichshafen at the award ceremony accept the TOP 100 award from science journalist Ranga Yogeshwar for Thermik Gerätebau GmbH.
The success of the move of the company headquarters from Baden-Württemberg to Thuringia has been confirmed. For the third time in a row Thermik Gerätebau GmbH has been voted as one of the top 100 most innovative medium-sized companies in Germany.
Just 11 months ago the company management communicated their intention – which came as a surprise – to move the headquarters of the international company from Pforzheim to Sondershausen. This would affect the production, operational departments and especially research and development departments.
The courage necessary to undertake such a large and responsible action requires a long-term strategy and desire for progress. It is difficult to imagine that a company could implement such a decision in a comparably short amount of time without serious compromises. Yet well-organised companies such as Thermik Gerätebau GmbH with a history of sustainable and future-oriented management over many years are able to follow an entrepreneurial strategy which considerably widens the horizons of the company.
Therefore this year's “TOP 100” award in 2012 is even more significant and valuable than the awards of previous years. To be voted once again as one of the TOP 100 most innovative medium-sized companies is proof that also after the relocation of the company's headquarters with its fundamental structural and personnel changes Thermik has maintained its continuity as a leading innovator and also strengthened its position. In this context it is worth mentioning that since the move nearly double the number of patents have been applied for in comparison to previous years. The implementation of all development projects which were in the pipeline at the previous location was handled smoothly. "We are currently pushing forwards in all internal and external areas", comments sole managing director and main shareholder Marcel P. Hofsaess on the present situation. "The fact that we have also been voted as one of the TOP 100 confirms the correctness of our decision. The relocation of the company headquarters to Thuringia has proved to be one of the most fruitful decisions I have ever made. And I can already see that this decision has paid for itself. The relocation of the headquarters of the company group was also made easier because Thermik has had a production facility in Sondershausen since 1990", concludes the managing director.
In addition to Thuringia, Thermik produces and markets products in Malaysia for the Asian market with more than 300 employees, in Romania (approx. 120 employees), and in the US with approx. 20 employees. Around the world the company group employs approx. 600 employees. The networking of the plants and the fact that the products of the series manufacturer (thermal protectors and sensors) only require minimal logistics ensures that at all times each market can be supplied by each plant. The declared targets of the Thermik management are excellent quality and the highest level of delivery reliability. In the context of ever changing markets these targets represent a big challenge. But Thermik has long since taken measures to manage the situation. To avoid bottlenecks, the market leader with its extensive product range already reorganised itself some years ago so that each product can be simultaneously produced and distributed from two locations.
With the aid of expertise and fantasy the technological possibilities at Thermik Gerätebau GmbH are being continually expanded to enable sustainable progress.
Source: Sondershäuser Heimatecho
Rückkehr in die Heimat

- Marcel P. Hofsaess, Geschäftsführer
"Heimat ist da, wo die Großeltern begraben sind", sagt ein Sprichwort. Da seine Großeltern in Großfurra begraben sind, sei es für ihn sozusagen eine Rückkehr in die Heimat, erklärte Marcel P. Hofsaess bei der Einweihung der neuen Firmenzentrale in der Sondershäuser Salzstraße.
Sondershausen. Die alte Heimat hatten die Eltern des heutigen Geschäftsführers der Firma "Thermik Gerätebau" verlassen, um in Pforzheim ein Unternehmen zu gründen, das sich mit der Herstellung von Temperaturbegrenzern für Elektromotore beschäftigt. Die schützen die Geräte im Störfall vor Überhitzung. Die eher unauffälligen Bauelemente reduzieren somit die Brandgefahr. Für einen echten Pforzheimer gehöre es sich einfach nicht, über ein Dasein außerhalb der Stadt nachzudenken, philosophierte der Firmenchef in dem mit Ehrengästen und Belegschaft voll besetzten Festzelt, in das man aus gegebenen Anlass und der Jahreszeit gerecht, zum Oktoberfest geladen hatte.
Nicht zuletzt wegen dieser Bodenständigkeit sei es keineswegs von Anfang an klar gewesen, den Firmensitz nach Thüringen zu verlegen. Nur eines sei beschlossene Sache gewesen: Der Firmensitz sollte unter einem Dach vereint werden. Denn hier in Großfurra, später in Berka, stand seit 1990 "die verlängerte Werkbank aus Baden-Württemberg". Nur zehn Prozent der Pforzheimer Belegschaft habe ihm nach Thüringen folgen wollen, sagte Hofsaess. Das sei in der Regel die obere Leistungsklasse eines Unternehmens. Durch den Weggang vom bisherigen Firmensitz verlor die Stadt rund 100 Arbeitsplätze, bedauerte am 20. August die "Pforzheimer Zeitung". Ebenso viel waren schon im Kyffhäuserkreis beschäftigt. Somit hat die "Thermik" heute 200 Mitarbeiter. Was für Pforzheim ein Verlust war, ist für die Thüringer Politiker ein Grund zum Jubeln. Auch für Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Noch dazu, wenn es sich, wie sie betonte, um eine Zukunftsbranche wie den Energiesektor handelte. An den ersten Besuch des Firmengründers Peter Hofsaess erinnert sich Lieberknecht besonders gern. Das war der 7. Mai 1990, der Wahlsonntag. An ihm seien bis heute die Weichen für die politische Ausrichtung im Land gestellt worden. Also ihre Parte, die CDU, an die Macht kam. Und es bis heute blieb.
Was dann kam, sei ein tiefes Tal der Tränen gewesen, erinnerte die Ministerpräsidentin diesmal mit Blick auf den Zusammenbruch großer Teile der Wirtschaft. Seither aber habe sich ein Industriestandort mit großer Unternehmensdichte in Thüringen entwickelt. 91 Unternehmen kommen hier auf 100 000 Einwohner. Landrat Peter Hengstermann (CDU) erinnerte an die verschiedenen Standorte des Unternehmens wie Großfurra, Berka und nun Sondershausen: "Wir haben noch einige Gewerbegebiete", lockte er den Firmenchef scherzhaft.
Während es für Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) ein "Traum wäre", wenn es dank der Unternehmensansiedlung zu einem Babyboom in der Stadt kommen würde. Die 40 Jahre beneidenswerter Vollbeschäftigung hätten nicht nur positive Seiten: Dauerhafter Erfolg führe zu Trägheit, meinte Hofsaess. "Ein Horrorszenario für jeden Unternehmer." Andererseits hätten die Menschen hier gelernt sich durchzusetzen. Aus den 1000 Bewerbungen habe man Vieles herauslesen können. Die heutige Belegschaft solle so bleiben wie sie ist, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Mit einem Hieb schlug er das Bierfass an. "Ein gutes Omen."

- Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht begrüßt die Ansiedlung von "Thermik". Foto: Nico Kiesel
Thermik verlässt die Goldstadt
Pforzheim verliert ein Aushängeschild: Das Unternehmen Thermik gilt als Weltmarktführer in der Entwicklung und Produktion von Temperaturbegrenzern zum Schutz elektrischer Geräte vor Überhitzung. Ende August wird der Firmensitz im Pforzheimer Altgefäll geschlossen und das Unternehmen komplett nach Thüringen verlagert. In der Goldstadt gehen dadurch knapp 100 Arbeitsplätze verloren. Das Angebot nach Thüringen zu wechseln, haben nur zehn Prozent der Belegschaft angenommen. „Es war keine Entscheidung gegen Pforzheim, sondern für Thüringen“, sagt Marcel P. Hofsaess zum ergebnisoffenen Meinungsbildungsprozess, der letztlich zur Standortschließung führte. Zurück bleibt ein leer stehendes Firmenareal mit einem imposanten Forschungs- und Kompetenz-Zentrum, das erst vor drei Jahren – rechtzeitig zum 40-jährigen Bestehen des mittelständischen Unternehmens – für drei Millionen Euro errichtet wurde. Und die Goldstadt verliert einen der größten Gewerbesteuerzahler, wie Hofsaess anmerkt.
Beirat trägt Beschluss
Der Beirat des Familienunternehmens habe den Beschluss einstimmig gefasst, bestätigte dessen Vorsitzender Wolfgang Daum, ehemals Chef der Sparkasse Pforzheim Calw. Seit der Firmengründung im Jahr 1968 durch Peter Hofsaess wurden die Thermik- Produkte in der Goldstadt entwickelt und gefertigt. Über 800 Patente und Schutzrechte zeugen von der Innovationskraft der Firmen- Gruppe, die inzwischen weltweit 650 Mitarbeiter beschäftigt. Das Herz des Unternehmens schlägt künftig in Sondershausen, rund 50 Kilometer von Erfurt entfernt. Seit 1990 ist Thermik dort bereits vertreten. „Mein Vater erkannte das große technologische Potenzial des ostdeutschen Standorts in der Halbleiter-Fertigung“, betonte Hofsaess im Gespräch mit der PZ. Zur Zeit der Wende – die sozialistische DDR lag wirtschaftlich am Boden – war dies eine unternehmerische Pionierleistung. Aus ursprünglich 25 Thermik-Mitarbeitern wurden 110, viele davon seien aus den alten Bundesländern in ihre Heimat zurückgekehrt, erzählt der Mittelständler. Die keramischen Bauelemente ergänzen seither die klassischen Temperaturbegrenzer auf Bimetallbasis – eine Pforzheimer Spezialität. 2,8 Milliarden Temperaturwächter wurden bislang von Thermik produziert. Sie finden sich in Ventilatoren, Hausgeräten, Motoren und Heizgeräten. Rechnerisch findet sich in jedem zweiten Haushalt ein Überhitzungsschutz von Thermik. Der 46-jährige Firmenchef ist gebürtiger Pforzheimer und in der Goldstadt aufgewachsen. „Meine Vorfahren sind hier beerdigt.“ Deshalb sei ihm die Entscheidung Pforzheim zu verlassen nicht leicht gefallen. Den Ausschlag für Thüringen gaben schließlich betriebswirtschaftliche, strukturelle und strategische Gründe. „Es wurde auch geprüft, den Standort Sondershausen am Stammsitz Pforzheim zu integrieren.“ Auch ein Verbleib von Holding, Headquarter und Entwicklung in der Goldstadt wurde analysiert. Doch die Argumente sprachen letztlich eindeutig für Thüringen, betont Hofsaess. Die enge Verzahnung von Forschung und Entwicklung mit der Produktion, kurze Wege, die Optimierung von Verfahren – das alles müsse an einem leistungsfähigen Standort gebündelt werden. Dort wird auch der Vertrieb angesiedelt. Thüringen biete ein breites Angebot von motivierten Arbeitskräften. „Dort war die Ingenieur-Ausbildung schon zu DDR-Zeiten tiefgründiger als hier. Und wir brauchen dringend Ingenieure und Mechatroniker.“ Die Nähe zu Universitäten und Fachhochschulen in Erfurt, Jena sowie die inzwischen sehr gute Infrastruktur seien wichtige Vorzüge der Region, die auch international immer stärker wahrgenommen würden. Dazu komme der Fachkräftemangel am Standort Pforzheim, der immer dramatischere Ausmaße angenommen habe. Absolventen der Hochschule Pforzheim blieben nicht in der Goldstadt, sondern heuerten lieber bei Konzernen in Stuttgart und Karlsruhe an. „Pforzheim gelingt es nicht, diese Leute zu halten“, beklagt Hofsaess. Bewerber von außerhalb seien wiederum nur schwer nach Pforzheim zu locken, oftmals scheitere eine Ansiedlung auch am familiären Widerstand, weil Frau und Kinder nicht umziehen wollten. Unverändert mache man auch die Feststellung, dass selbst ein Arbeitsloser eine Anfahrt von 20 Kilometern als „nicht zumutbar“ empfinde. Dadurch, dass ernsthafte Mitbewerber von Thermik unmittelbar in der Region angesiedelt seien – Beiratschef Daum spricht gar von einem Oligopol von Herstellern – kam es immer wieder zu Abwerbungen, verbunden mit entsprechendem Know-how-Verlust.
Kein China-Engagement
Dieser unkontrollierbare Abfluss von Wissen war es auch, der ein Engagement in China ausschloss. Dort finde eine staatlich geförderte Unterwanderung statt. Marcel P. Hofsaess: „Ich habe noch keinen getroffen, der in China glücklich wurde! Wir haben uns deshalb bereits 1992 für den Aufbau einer Produktionsstätte in Malaysia entschieden, um den asiatischen Markt zu beliefern“, betont Hofsaess. Dort herrsche hohe Rechtssicherheit durch die traditionelle Zugehörigkeit zum britischen Commonwealth. Inzwischen ist das Malaysia-Werk zur Cash-cow des Unternehmens geworden. Weitere Standorte unterhält Thermik im rumänischen Sibiu und in New Bern, South Carolina.
Der etwas andere Unternehmer

- Ein Kommentar von Albert Esslinger-Kiefer, Verleger Pforzheimer Zeitung
DIESER UNTERNEHMER ist von der etwas anderen Art. IHK-Empfänge und gesellschaftliche Anlässe sind ihm ebenso fremd wie der Golfplatz. „Da gehe ich lieber mit dem Hund in den Wald“, sagt Marcel P. Hofsaess. Und wenn ihn Lothar Späth als einen der innovativsten Mittelständler auszeichnet, dann ist das Outfit des Geehrten fern von Zweireiher und Krawatte. Seine Vita ist kurvenreich, sein familiäres Umfeld nicht immer von der einfachen Sorte gewesen. Er hat das väterliche Unternehmen verlassen, um es zu konkurrenzieren, und er ist zurückgekehrt, um es mit großer Dynamik in eine neue Größenordnung zu führen. 40 Millionen Umsatz markieren den soliden Mittelständler, eindrucksvoller noch ist die Rendite: 23 Prozent plus!
Ohne Zweifel: Dahinter stecken engagierte Arbeit, tüftlerisches Talent und eine stringente Unternehmensführung. Er lebt die klassischen Attribute des Mittelständlers und man glaubt es ihm, wenn er sagt „Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht fleißig bin!“ Nun kehrt ein Pforzheimer Unternehmer seiner Heimatstadt den Rücken und zieht mit Sack und Pack nach Thüringen. Wenn er in seiner ruhigen, aber bestimmten Art da sitzt und den Zeitungsleuten – unterstützt durch eine Powerpoint-Präsentation – die harten und weichen Faktoren präsentiert, die nach reiflicher Überlegung zu dieser tiefgreifenden Entscheidung geführt haben, dann bleiben keine Wenn und Aber sondern die Erkenntnis – dann muss es wohl so sein! Zurück bleiben eine Stadt, die allen Grund hat, einem topsoliden Gewerbesteuerzahler nachzutrauern, zurück bleiben 100 verlorene Arbeitsplätze und eine Industrie-Immobilie, die man getrost zu den Preziosen in der Region zählen darf.

